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Neues Buchprojekt:

Der Schatten des Avatars

(gegenwärtig noch in der Pipeline,
Erscheinungstermin 2005)

Die sieben Tage der Schöpfung, wie sie im Alten Testament beschrieben sind, werden hier (allerdings in weniger symbolhafter Darstellung) in die Zukunft projiziert. Das beginnt in 8000 Jahren am Ende des Holozäns und reicht 5,2 Milliarden Jahre bis in die Epoche des Photikums - in jene Zeit, in der die zum roten Riesenstern aufgeblähte Sonne ihre äußere Hülle verliert und die Erde (die dann ungefähr auf der Marsbahn kreist) in eine Gluthölle verwandelt. Auf dem Weg dorthin reist der Leser durch die unterschiedlichsten Zeitalter, begegnet bizarren und skurrilen Lebensformen und wird zum Zeugen einer atemberaubenden biologischen und geophykalischen Entwicklung.

Der Schatten des Avatars ist ein Episodenroman, in dem die einzelnen Kapitel durch die Existenz des Avatars verknüpft sind - eine kybernetische Intelligenz, geschaffen von der Menschheit des 23. Jahrhunderts.

Die oben stehende Abbildung gehört zur Titel-Illustration des Buches und zeigt die Erde zur Zeit des Ozeanikums in 780 Millionen Jahren.

Nähere Informationen zu diesem neuen Werk finden Sie unter

http://koehrer.blogg.de


Naturwissenschaftliche News


Exoplaneten als ideologische Streitobjekte 
Bis Spätsommer 2004 wurden knapp 150 extrasolare Planeten entdeckt. Es handelt sich dabei überwiegend um Gasbälle von mehrfachem Jupiter-Volumen bis hinunter zu Objekten von Uranus-Größe. Darunter befand sich auch ein kompakter Himmelskörper ("Felsriese") von ungefähr vierzehnfacher Erdmasse. Kleinere Objekte sind derzeit selbst mit den besten Meßmethoden kaum zu erfassen. Allerdings wird für die nahe Zukunft mit einer weiteren Zunahme der Meßgenauigkeit gerechnet. Dessen ungeachtet melden sich bereits erste Stimmen zu Wort, die bezweifeln, daß eine erwähnenswerte Anzahl erdähnlicher Planeten überhaupt existiert. Daß dieser bis dato fehlende Nachweis allein "systembedingte" Ursachen hat, scheint manchen voreiligen Gemütern nicht in den Sinn zu kommen. Dabei wird die Erde in den nächsten zehn Jahren aller Voraussicht nach einen erklecklichen Zuwachs an Schwestern und Brüdern erhalten. Die Diskussion um extraterrestrisches Leben dürfte dann auf einen neuen Höhepunkt zusteuern - aber vielleicht ist das genau jener Punkt, den manche lieber vermeiden wollen.


Wann starben die Dinosaurier?
Die Impaktkatastrophe am Ende der Kreidezeit, die vom Vater-Sohn-Gespann Luis und Walter Alvarez im Jahre 1980 erstmals postuliert wurde und die zum Aussterben der Dinosaurier sowie einer Reihe weiterer Arten führte, sorgte in Paläontologenkreisen zuerst für heftige Ablehnung und anschließend für dauerndes Unbehagen. Ein derart abrupter (und willkürlicher) Eingriff in das Evolutionsgeschehen paßte kaum in das bewährte, vom Aktualismus geprägte Weltbild der Vorgeschichtsforscher. Also bemühte man sich um schlüssige Beweise, daß sich die Faunenwelt der Saurier schon Millionen Jahre vor dem Einschlag auf dem absteigenden Ast befand. Schuld daran sollen heftige Vulkanausbrüche, Klimaschwankungen, Engpässe in der Ernährung und generell veränderte Umweltbedingungen gewesen sein. Stolz verwies man auf entsprechende Untersuchungen der obersten Kreideschichtungen nahe des sogenannten Grenztons, die in höchst spärlichem Maße Saurierfossilien enthalten. Auch wenn Luis Alvarez die Paläontologenzunft kurz vor seinem Tod als ziemlich bescheuert abstempelte, änderte das nichts daran, daß sich die Ansicht eines allmählichen Aussterbens in der Folge zum Dogma entwickelte. So konnte man den Impakt nach Lust und Laune verniedlichen und zum geliebten Aktualismus zurückkehren. Doch daraus wird so schnell nichts werden: Es wird immer deutlicher, daß man in der Paläontologie mit unzureichenden statistischen Werkzeugen (und falschen Folgerungen) gearbeitet hat, die einen Niedergang der Saurier lange vor dem großen Knall lediglich vortäuschten. Eine unerquickliche, sich über Jahrzehnte hinziehende Diskussion über dieses Thema hätte leicht vermieden werden können, wenn man sich intensiver mit den Folgen eines Meteor- oder Kometeneinschlags beschäftigt hätte. Doch selbst bei Leuten, die es eigentlich besser wissen müßten, herrscht diesbezüglich eine profunde Ahnungslosigkeit.

Wie starben die Dinosaurier?
Bereits 1986 erschien das Buch The Great Dying von Kenneth J. Hsü (deutsch: Die letzten Jahre der Dinosaurier). Darin wird anhand von Bohrkernanalysen von Tiefseeproben ein beeindruckendes Bild jener Krisenzeit gezeichnet. Dabei geht es weniger um den unmittelbaren Aufprall eines kosmischen Objekts, sondern um die Kettenreaktion an fatalen Folgen, die eine solche Katastrophe zwangsläufig nach sich zieht. Dabei ist zwischen Meteor und Komet strikt zu unterscheiden (letztgenannter würde aufgrund seines Wasser- bzw. Eisgehalts ungleich verheerender wirken), und auch die Einschlagstelle (Land oder Ozean) ist von entscheidender Bedeutung. Neben den bekannten Auswirkungen einer Impaktkatastrophe (tektonische Schockwellen, Flächenbrände, nuklearer Winter) kommt es darüber hinaus zu einer vollständigen Zerstörung der Ozonschicht und (bedingt durch die Freisetzung von Milliarden oder sogar Billionen Tonnen an Stickoxyden) zu einer Massenproduktion von Salpetersäure, die in Form von hochsaurem Regen nicht nur giftige Schwermetalle wie Quecksilber oder Arsen aus den Festlandsgesteinen ätzt, sondern auch den ph-Wert der oberen Meeresschichten gravierend verändert. Dies wiederum führt zur weitgehenden Vernichtung des mit Abstand wichtigsten Glieds
in der Nahrungskette des Ozeans - dem Plankton. Ohne die biologische Regulierungsfunktion des Planktons jedoch entweicht das freie, im Meerwasser gelöste Kohlendioxyd ungehindert in die Atmosphäre, was unweigerlich zu einer rapiden globalen Erwärmung führt. Das ganze Geschehen ist noch wesentlich komplexer, als es hier dargestellt werden kann, aber selbst diese wenigen Stichpunkte machen deutlich, daß ein größerer Impakt ein Störfaktor ersten Ranges für jede Ökosphäre darstellt und als Ursache für ein Massensterben völlig ausreicht.


Neues Urknall-Szenario

Wenn man als Laie einen Kosmologen mit der Frage konfrontierte, was denn eigentlich vor dem Urknall gewesen war, erntete man bisher ein mitleidiges Lächeln, verbunden mit dem Hinweis, daß eine Erörterung dieses Themas völlig irrelevant sei: Schließlich sind Raum, Zeit und die damit verknüpften Gesetzmäßigkeiten erst mit dem Urknall entstanden, und alles, was sich hinter der sogenannten Planck-Zeit verbirgt, mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht greifbar. Das könnte sich nun grundlegend ändern. Nach der neuesten Hypothese ist der Urknall nichts anderes als das "Nadelöhr" einer Übergangsphase zwischen einem vorherigen und unserem Universum. Nach diesem ekpyrotischen Modell ist der Kosmos eine mehrdimensionale "Membran", die durch einen höherdimensionalen Raum driftet, und der Urknall bedeutet lediglich die Kollision unserer Membran mit einer anderen - ein Ereignis, das sich in zyklischer Form unendlich oft wiederholen könnte. Diese Theorie kann durchaus praktisch überprüft werden: Zum einen durch eine genaue Analyse der kosmischen Mikrowellenstrahlung und zum anderen durch künftige Gravitationswellen-Detektoren. Lassen wir uns also überraschen, wie die Zukunft des Prä-Urknall-Modells aussieht.




 
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